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Korsika rund Törn vom 06.06.09 bis 20.06.09

Sonntag, 06.06.09:

Olbia

Unsere ersten Gäste treffen ein, große Wiedersehensfreude; alles Wiederholungstäter, die schon mit uns gesegelt sind!

Für mich ist das wie Geburtstag und Weihnachten: ich werde mit Tee, Schweizer Schoki, einer CD und einem Buch bedacht! Danke, Ihr Lieben!

Abends gehen wir in die Pizzeria „Pomodoro" und testen die Pizza „frutti di mare"; die Besitzer haben gewechselt, aber wir sind zufrieden.

Der aufgehende Vollmond begrüßt uns, als wir zur Tarala an der Molo Brin zurückkehren und noch mit einen Absacker auf einen schönen Törn anstoßen!

Montag, 07.06.09:

Olbia - Caprera: Cala Portese

28 Seemeilen

Nach dem Frühstück, Großeinkauf für 8 Personen und 2 Wochen: zum Glück haben wir unser Auto und konnten vorab auch schon Wasser und sonstige Getränke bunkern.

Unsere Potsdamer kommen erst am Montagmorgen und bringen frischen Brandenburger Spargel mit.

Wir legen gleich nach dem Einkauf ab, segeln ca. 28 Meilen und genießen den Sonnentag; zumal uns die Gäste berichten, dass es sehr kalt in Deutschland ist und dort die Heizungen wieder angefeuert werden.

Kaum das Cap Figari gerundet, sehen wir die ersten drei Delfine, die hinter einem trawlenden Fischer herschwimmen; immer in der Hoffnung auf leichte Beute!

Fast alle machen ein Nachmittagsschläfchen, schließlich ist das der erste Urlaubstag und in der Cala Portese auf Caprera angekommen, springen alle in das smaragdfarbige Meer; mit 20 Grad Wassertemperatur können wir gut leben.

Die Krönung wird das Abendessen, Thomas, unser Schweizer Sternekoch krönt das „Potsdamer Mahl" mit selbstgemachter Sauce Hollondaise! Wir schlemmen mit sardischem Vermentino und finden, dass der erste Tag ein super Einstieg war!

Dienstag, 08.06.09:

Cala Portese – Porto Vecchio

35 Seemeilen

Der Morgen beginnt pünktlich um 08.00 Uhr mit Flaschenalarm von Karl! Jetzt wissen es auch die letzten, hier ist kein Langschläfer am Werk! Das Meer lädt uns ein, eine kleine Runde zu schwimmen; dermaßen erfrischt kann es dann mit dem Segeln nach einem ausführlichen Frühstück losgehen.

Der Himmel ist bewölkt, wir ziehen unsere Jacken an und ab geht´s in den Norden: Korsika ruft!

Karl steht am Ruder und ist auch heute wieder begierig auf die Fischerboote, die er ganz aus der Nähe begutachten will. Anscheinend liegen sie immer genau auf unserem Kurs! Dafür erfreut er uns aber – wie auch im letzten Jahr – mit einer Vielzahl von schicken Accessoires: vom Piratentuch über Jeansschlapphut ist einiges fürs Auge zu sehen!

Der Skipper erklärt die notwendigen Knoten, die wir hier so an Bord benötigen und so manch einer hat sie noch bestens im Gedächtnis; für den Rest gibt es eine Auffrischung!

Wir haben einen wunderbaren Westwind querab, der uns nach Korsika treibt und so sind wir schon gegen 14.00 Uhr in der Bucht von Porto Vecchio. Die Jungs segeln fleißig eine Wende nach der anderen und werden von uns angefeuert!

Die Bucht ist ein Traum: Felsen, hohe Berge, die korsischen Dolomiten inmitten von wolkigen Wattebäuschen …. Ein tolles Panorama, wir könnten auch auf einer Südseeinsel sein oder auf Mauritius, wenn wir die hoch gebauten Villen, Palmen und pink blühende Bougainvillea bestaunen!

Jochen will gerade den Motor starten, aber da geht gar nichts, kein Ton, kein Blinken, der Starter ist einfach nur tot! Wir lassen den Anker außerhalb der Fahrrinne mit Hilfe des Großsegel s fallen, der Grund ist satter Schlick; der Anker hält bestens!

Der Schalter wird ausgebaut, ja wirklich, die Plastikhalterung ist zerbrochen, da kann kein Kontakt entstehen. Conny hat den Schlüssel heute beim Ausschalten in die falsche Richtung gedreht; das dürfte die Ursache unseres Problems sein! Ja, an Bord kommt die Quittung sofort!

Zum Glück ist Oli nicht nur Ingenieur (dem ist bekanntlich nichts zu schwöör!), er ist auch noch schwer gelenkig und krabbelt in unsere Backskiste und schließt das Zündschloss kurz! So kommen wir

zumindest in den Hafen, da wird das Zündschloss „geflickt" und alsbald in Deutschland ein neues bestellt. Der Skipper repariert und die Crew flaniert hoch in den Ort Porto Vecchio; sehenswert sind dort die Bastion, das alte Stadttor, die Kirche und die vielen Plätze, auf denen es sich gut rasten läßt!

Das Abendessen wird wieder an Bord eingenommen, es gibt Spezzatino con zucchine (Kalbsragout) und einen korsischen Wein, den Thomas der Crew gesponsert hat. Wir haben einen netten Abend und die Lachmuskeln sind schwer im Einsatz!

Mittwoch, 10.06.09

Porto Vecchio – Port de Taverna

54 Seemeilen

Frühstück wieder um 08.00 Uhr! Der mediterrane Schlendrian hat dem deutschen Alltag noch nichts entgegenzusetzen!

Dafür haben wir nette Kontakte mit unseren Nachbarn; ein italienisches Ehepaar mit Motorboot, die uns erzählen, dass sie letzte Woche 6 Tage in St. Florent eingeweht waren.

Unsere Nachbarn auf dem Kat ist eine Großfamilie aus Israel, die sich eine Woche im Tyrrhenischen Meer gönnt und sich über die guten Tipps unseres Skippers freut!

Somit ein aufgeschlossenes, sehr freundliches, internationales und völkerverbindendes Abschiednehmen am Kai von Porto Vecchio.

Wir motoren an der Küste entlang; der gemeldete SW 4-5 lässt aber auf sich warten!

Wir genießen die Landschaft, hohe zackige Berge, Macchia Hänge, kleine Sandbuchten, Genueser Türme und allerorten Ferienvillen, die sich auf die Felsen krallen oder abenteuerlich direkt am Meer stehen; ja, die schönsten Plätze sind begehrt!

Oli hat sich eine neue teure Digitalkamera gekauft und liest sich in sein Handbuch ein, wir sind schon jetzt begeistert von der Qualität und freuen uns auf die tollen Fotos! Karl filmt, hält sich aber bedeckt im Hintergrund, so dass wir gespannt sein dürfen, wie wir uns wiederfinden!

Kurz nach dem Leuchtfeuer Alistro begleiten uns 7 Kampfjets, die uns mit ihrem Lärm eindecken. Als ob wir nicht schon den Motor um die Ohren hätten, machen die Mirages auch noch Schießübungen

ins Meer, schön, dass wir das aus der Nähe – aber mit dem ausreichenden Abstand – noch bewundern dürfen! Die Crew freut sich über das abwechslungsreiche Programm und bedankt sich beim Skipper!

Abends im Hafen „Taverna" gehen wir ins Restaurant „Le Cargo", auf das ich mich schon lange freue. Wir werden sogar wiedererkannt, schließlich waren wir letztes Jahr 3 mal mit Crew dort zum Schlemmen eingekehrt. Aber leider gibt es heute weder Huitres (Austern) noch Lotte (Seeteufel) und der Chapon (Knurrhahn) wird nach Gramm berechnet, so dass es für einige von uns ein etwas teurer Spaß wird. Aber wir sind mit unserem Fisch zufrieden, die überbackenen Muscheln und auch Lamm und Steak sind von bester Qualität!

Wir werden noch mit jungem selbstgebranntem Grappa und Feigenlikör verwöhnt, so dass ich mich beim Wirt mit einem Würzburger Oppmannsekt aus meinem raren Bestand erkenntlich zeige!

Daraufhin dürfen wir die Flasche Grappa sogar behalten. Mit der Empfehlung, ihn lange liegen zu lassen.

Ist eine Woche lang genug? Das Ende des Törns wird sie wohl kaum überstehen.

Donnerstag, 11.06.09

Port de Taverna – Macinaggio

40 Seemeilen

Nach dem Frühstück endlich wieder segeln, SO 3 – 4, gemütlich aber zügig mit achterlichem Wind gen Bastia. Dort könnten wir schon gegen 14.00 Uhr im Alten Hafen sein, aber das ist uns zu früh, so geht´s weiter Richtung Cap Corse nach Macinaggio.

Auch heute gönnen sich wieder alle ein Nachmittagsschläfchen, kaum zu glauben, was Seeluft so ausmacht!

Gegen 18.00 Uhr erreichen wir dann mit Motor unseren Hafen, die Dünung ist in der Zwischenzeit recht heftig geworden und wir freuen uns auf den Landgang!

Wir schauen erst mal, was der Metzger im Angebot hat und somit gibt´s dann überbackene Schweinefilets in Sahne-Weißwein-Apfelsauce. Thomas reicht als Vorspeise noch mit Sardellen marinierte Auberginen. Als Dankeschön übernimmt die Crew den Abwasch und ich kann mir noch einen abendlichen Sparziergang mit Skipper gönnen, romantischer Blick auf den beleuchteten Hafen und Bucht inklusive. Selbst Korsikas Gewürzkräuter duften uns noch einen Abendgruß!

Auch die Katzen von Macinaggio kommen nicht zu kurz!

Freitag, 12.06.09

Macinaggio – St. Florent

33 Seemeilen

Der französische Wetterbericht erzählt und was von Windstärken 6 – 7 Bft. Am Cap Corse selbst hat es noch recht wenig Wind; dafür werden wir mit wunderbaren Küsteneindrücken, u. a. von der Insel „La Giraglia" belohnt, ein Fest für die Sinne!

Cap Corse Signal Station hat das Geschehen im Blick und auf dem Radar; irgendwie tröstlich, jemanden anfunken zu können, wenn nötig!

Erst als wir das Huk Corno di Becco gerundet haben, kommt ein SWer auf, gegen den wir aufkreuzen müssen, max. 3 – 5 Bft. Wir schummeln ein bißchen; segeln und motoren abwechselnd.

Aber wir wollen vor St. Florent noch ein Badepäuschen einlegen! Der Skipper steuert zielbewußt eine wunderbare smaragdfarbene Bucht an, weißer Sandstrand, Genueserturm im Augenmerk, und ein Flüßchen mündet im Sandstrand. Die Wanderer, die Cap Corse zu Fuß erobern, nehmen ihre Rucksäcke über den Kopf, als sie eine Furt suchend, fast bis zu den Oberschenkeln im „Flüßchen" stehen. Den Reitern und ihren Pferden ergeht es nicht viel besser auf diesem Abschnitt!

Für uns wieder „Kino", das wir von Bord beobachten und uns mit Kaffee auf Sandras gelungenes Tiramisu stürzen.

Wir meinen, das ist kaum zu toppen, da haben wir aber noch nicht das Abendessen genossen: mit Schafskäse gefülleter Hackbraten, Tsatsiki und Tomatensugo; alles selbst gemacht und wir sind des Lobes voll! Damit die Backschaft auch noch was vom zauberhaften St. Florent zu sehen bekommt, übernehmen wir heute den Abschwasch!

Samstag: 13.06.09

St. Florent – Calvi

29 Seemeilen

Wir segeln Richtung Calvi, es hat wieder Dünung, kaum Wind. Aber so langsamt kommt ein leichter Nord mit 4 und später sogar 5 Knoten Geschwindigkeit sind schon prima!

Ille Rousse wird passiert und die Sicht ist gut, so daß wir schon auf das Kap von Calvi zuhalten können. Wir machen in der Bucht noch ein Badepäuschen! Herrliche Kulisse: die befestigte Stadt vor uns, eine ausgedehnte Bucht mit langen Sandstränden, hohe Berge; gekrönt mit den letzten Schneefeldern des Winters! Kaum zum satt sehen!

Gegen 16.00 Uhr machen wir im Hafen an der Mooring fest und die Crew freut sich auf den großen Supermarkt, um unsere Bestände aufzufüllen, sich aber auch mit korsischen Spezialitäten einzudecken.

Wir suchen mal wieder ein Internet-Cafe! Recht schwierig, das ganze! Dafür findenwir einen „Salon du Thé" mit herrlichem Blick auf Festung und Hafen.

Karl ist gestern schon auf der Treppe abgerutscht und wir legen ihm nahe, heute sich doch zu schonen. Aber er ist nicht aufzuhalten, kümmert sich noch um die Wäsche seiner Mitsegler/innen und humpelt dann an Bord! Ich denke noch: Ja, Ja, Helden sterben früh!

Nach dem leckeren Abendessen, das heute Conny in der Kombüse gezaubert hat; es gibt leckere Seafood-Spahetti, sind alle noch am Flanieren, Calvi bei Nacht ist beeindruckend und romantisch und als wir zurückkommen, verlangt Karl den Notarzt!

Sein Knie ist geschwollen und heiß und er hat heftige Schmerzen. Thomas, unser Sprachtalent, verständigt über den Barbesitzer die pompiers (Feuerwehr), die auch rasch anrücken. Die Rettungsaktion aus der Doppelstockkabine über den Salon, auf der Trage die Treppe hoch und über die Gangway ist schon eine Seltenheit, zum Glück weder unser noch das tägliche Brot der Feuerwehr! Unsere Jungs packen auch noch mit an und alle geben ihr Bestes; auch Karl kämpft tapfer!

Die Wellen der Aufregung schwappen hoch, aber wir meinen, Karl ist jetzt in besten Händen und erst gegen halb Zwei gehen bei uns langsam die Lichter aus!

Sonntag, 14.06.09

Calvi - Girolata

25 Seemeilen

Karl schickt uns kurz nach 08.00 eine SMS und ruft uns an!

Er ist gut unter im Krankenhaus, hat wohl einen Bänderriß und organisiert schon seinen Rücktransport nach Deutschland.

Thomas, sein Kabinenkollege packt seine Tasche und wir fahren mit dem Taxi ins Krankenhaus.

Karl sieht schon deutlich besser aus; aber wer liegt schon gerne im Krankenhaus? Er wird vom ADAC abgeholt und nach Deutschland geflogen; aber seine Traumbucht „La Girolata" wird er nun auch diesmal nicht sehen.

Wir legen gegen 10.30 Uhr ab und führen unseren Törn fort! Alles Gute, Karl!

Delfine ziehen mit uns; schön, wieder welche zu sehen. Wir hatten sie schon viel früher erwartet!

Gegen 15.00 Uhr sind wir in der Girolata, rau, wild, zerklüftete rote Felsen haben uns geleitet!

Im Reiseführer steht, die „Girolata" ist eine der schönsten Buchten Korsikas und nur mit dem Schiff oder über einen Eselspfad zu erreichen. Ich denke noch, „na ja, da hab ich schon schönere gesehen!" Aber die pittoreske Besonderheit dieses Ortes erschließt sich erst beim Landsparziergang, das Kastell, das sich über die Landzunge erhebt, das glasklare Wasser, die herrliche Steilküste, nette Restaurants mit einer Blütenpracht, die mich an St. Lucia und die Pitons erinnern; ein wirklich unglaubliches karibisches Flair, das sich hier offenbart!

Thomas verwöhnt uns zum Abendessen mit Saltimbocca und selbstgeschlagenem Zabaione mit frischen Erdbeeren! Leute, was geht´s uns gut!

Mit einer SMS lassen wir Karl wenigstens ein bisschen an unseren Ereignissen und Eindrücken teilhaben!

Montag, 15.06.09

Girolata – Baia di Liscia

25 Seemeilen

Wir haben kaum die Girolata im Rücken, als uns ein großer Tümmler entgegenkommt. Kein Wunder, in der Bucht gibt´s reichlich Futter! Den ganzen Tag über dürfen wir Delfine bestaunen, aber leider hat keiner Lust, ein wenig am Bug in unserer Welle zu spielen!

Um die Mittagszeit legen wir an der Tankstelle in Cargese an, tanken Diesel, füllen unsere Wassertanks und krönen unseren Mittagsimbiss noch mit einem leckeren Eis!

Eine leichte Brise verlockt die Crew ins Wasser zu springen und sich an einer Schwimmleine ziehen zu lassen! Was ein Spaß und eine willkommene Abkühlung!

Nachmittags ankern wir in der Baia di Liscia, trinken Kaffee, schnorcheln, baden und lassen den Tag faul ausklingen!

Von Karl haben wir eine SMS erhalten, dass er gegen 13.00 Uhr von Calvi losfliegt! Trotz Privatflug; tauschen wollen wir aber dennoch nicht!

Dienstag, 16.06.09

Baia di Liscia – Ajaccio

29 Seemeilen

Wir tuckern gemütlich los; kaum Wind und fahren durch die Passage der Iles Sanguinaires! Sie heißen bestimmt nicht umsonst „Blutinseln"; hier werden schon viele Schiffe zerschellt sein.

Wir sehen an Land, dass auch das letzte unberührte Macchia-Stück auf der Halbinsel den Planierraupen zum Opfer gefallen ist und je weiter wir uns der Stadt Ajaccio nähern, desto „zivilisierter" wird es. Für mich hat das jetzt aber nichts mehr mit Schönheit und Ästhetik zu tun, wenn Hochhäuser und unvollendete Rohbauten sich auch noch an den letzten unbebauten Hang krallen.

Im Port de Plaisance werfen wir den Anker und machen gegen 14.00 Uhr fest. Das Hafenpersonal gibt uns gerade noch so Anweisungen und ward dann für alle Zeit verschwunden; selbst eine Leine annehmen – bei plötzlich recht heftigem Wind – ist hier nicht drin!

Zum Glück haben wir eine prima Crew, die sich mit allen Handgriffen bestens auskennt!

Der Nachmittag ist der Altstadt gewidmet: Hier ist alles sehr zentral gelegen: der kleine Sandstrand für die Stadtbewohner, die Fischhalle, das Congreßzentrum für ein breites kulturelles Programm, das Napoleonhaus (der Geburtsort des kleinen „großen" Korsen) nebst Museum und Verkaufshalle! Die Fech-Ausstellung mit wunderbaren alten italienischen Meistern, die sich der korrupte Kardinal Fech

währen der Feldzüge Napoleons unter den Nagel gerissen hat, ist leider mal wieder wegen technischer Erneuerung geschlossen.

Vom den vielen Kitsch- und Schmuckläden sticht ein Juwelier hervor, der aus korsischem Gestein und Schiefer originelle Schmuckstücke herstellt! Auch eine schöne Erinnerung an Korsika!

Die Eglise St. Erasme zeigt Schiffsmodelle der dankbaren Schiffsbrüchigen, die überlebten!

Iles Sanguinaires lassen grüßen!

Mittwoch, 17.06.09

Ajaccio

Ausflug nach Corte mit der Schmalspurbahn – Restonicaschlucht

Die Crew bricht zeitig auf, um mit der Schmalspurbahn nach Corte, der früheren alten Hauptstadt und Unistadt zu gelangen. Auch eine kleine Wanderung in die beeindruckende Restonicaschlucht ist vorgesehen.

Genaueres erfahren wir erst nach 21.00 Uhr, als sich unsere „Landratten" nach 7 Std. Wanderung und 4 Std. Zugfahrt wieder an Bord einfinden und sich ausgehungert aufs Abendessen stürzen!

Sie haben in Corte eine Wanderkarte erstanden und sich mit dem Taxi ca. 10 km ins Tal fahren lassen.

Wegen dem Autoverkehr auf der Landstraße wählen sie die Wanderwege, die an der Restonica entlangführen.

Das ist in den ersten Stunden wohl auch noch ganz vergnüglich und wunderschön fürs Auge, wie wir den Fotos entnehmen können, aber dann wählen sie den Pfad nach Corte, der mit 1,5 Std. ausgeschildert ist. Die Angestellten auf dem Campingplatz, wo sie sich nochmal stärken, können auch keine Beschreibung über den Weg geben und so stapfen sie nochmal los. Aus den 1,5 Std. werden gute 3 Stunden; denn der Pfad ist noch nicht gesäubert und voller wuchernder Brombeerhecken mit umgestürzten Bäumen garniert.

Eine Überquerung der Restonica, um auf die Landstraße zu kommen, stellt sich als unmöglich heraus, nachdem Thomas bis zu den Oberschenkeln im frischen Gebirgsbach drüben angekommen ist. Aber es ist glitschig und der Bach reißend, keine Chance für die Damen, dort rüberzukommen.

Thomas treibt die Gruppe an, immer dem Schweizer hinterher; schließlich wollen sie ja noch Corte erkunden und den Zug um 17.00 Uhr erreichen. Irgendwann um diese Zeit erhalten wir dann eine SMS: Zug verpasst!

Zum Glück gibt es noch einen letzten Zug, so dass sie dann erschöpft, erhitzt, verkratzt aber gut gelaunt und glücklich an der Tarala ankommen.

Nach dem Essen werden noch die Fotos angeschaut, erzählt, gestöhnt, gelacht und Wunden mit Creme versorgt und der Wanderweg auf der Karte inspiziert.

Hier ist wirklich nicht zu entnehmen, dass die „sentieri" sich zu alpinen zugewucherten und anspruchsvollen Wanderpfaden auswachsen, die unbedingt Ausdauer und entsprechendes Schuhwerk voraussetzen.

Dieser Tag hat Blutzoll gefordert und Tränen gekostet; aber der Stolz schwingt mit; dieses Abenteuer erfolgreich bestanden zu haben!

Donnerstag, 18.06.09

Ajaccio – Anse de Paragnano

50 Seemeilen

Die Crew hat keinen Muskelkater, ist aber noch vom Mammutabstieg geschafft! Es hat auch heute wieder einen flachen Wind, so dass Motoren an der Küste und Bergwelt Korsikas angesagt ist. Ich glaube, unsere Gäste schätzen die wilde Schönheit Korsikas jetzt auch anders ein.

Am Nachmittag gelangen wir in die Baia di Figari, eine wunderschöne tief eingeschnittene Bucht, die von unserem Buchautor der Region wärmstens empfohlen wird. Es gibt auch eine kleine Marina, allerdings sind so gut wie alle Plätze belegt und es ist recht flach, dass wir kein Vertrauen entwickeln können. Zumal 3 Schiffe in der Bucht auf Grund liegen, ihre Masten quer in die Luft gestreckt, und wir entsetzt an gestrandete Wale denken.

Ein Franzose, der unsere vergeblichen Ankerversuche begutachtet, empfiehlt uns viel Kette zu geben.

Ja, alles schön und gut, aber sobald Wind aufkommt und der Anker im verkrauteten Grund eh nicht hält, will ich nicht enden wie die anderen drei Schiffe. Tolle Ratschläge!

Nachts ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, aus dieser Bucht auszulaufen.

Der Skipper entscheidet sich nun, nach dem 7. erfolglosen Ankerversuch, weiterzusegeln.

Dank Wind erreichen wir die Anse de Paragnano, wo unser Anker im Sandgrund bestens hält.

Wir freuen uns über das kristallklare Wasser und zum Einbruch der Dämmerung sehen wir an Land ein nettes Geschehen: Hund und Esel machen hier ganz alleine einen Abendsparziergang; wer hier aber wen ausführt ist nicht ganz ersichtlich!

Freitag, 18.06.09

Anse de paragnano – Maddalena: Cala Gavetta

35 Seemeilen

Für mich war das eine schlaflose Nacht; denn ich war mal wieder die einzige, die Ankerwache gehalten hat, als der Wind aufbriste.

Aus allen Kabinen glückliches Schnarchen, nur ich schlage mir wieder die Nacht um die Ohren.

Weniger aus Sorge, dass unser Anker nicht hält, sondern, dass der französische Katamaran, der recht wenige Kette geworfen hat (ohne einzudampfen) auf uns treibt!

Irgendwann am frühen Morgen lässt der Wind wieder nach und ich kann noch ein paar bißchen schlafen.

Wir motoren nach Bonifacio: die Kulisse ist einfach zu beeindruckend, um einfach nur daran vorbeizufahren. Wir gestatten uns noch einen Blick in die Odysseusbucht und auf die Stadt: Weltkulturerbe immerhin! Und dann geht es mit einem achterlichem Wind aus West bis 6/7 Beaufort gen Sardinien.

Die Mittagspause in Porto Puddu läßt mich fragen: Warum denn in die Ferne schweifen, wo das Gute doch so nah! Abends laufen wir dann in Maddalena ein; alle wollten nochmal in das typische italienische Fischerörtchen mit Flair.

Samstag, 19.06.09

Maddalena

Auch heute Nacht wieder starker Wind; das hat jetzt auch der Rest der Crew bemerkt!

Kein Wunder, wir haben morgens schon 7 – 8 Beaufort im Hafen!

Der Wetterbericht meldet genau dieses: Sturm übers Ligurische Meer, über Korsika und Sardinien! In der Adria sogar bis 9 Beaufort! Aber auch bei uns erreichen einige Spitzenböen selbst hier im Hafen 9 Bft. Erst hier holt uns wieder die Erkenntnis ein, dass wir Wind, Meer und Wellen mit allem Respekt und Hochachtung zu begegnen haben!

Wir bleiben erst mal hier: Sturmwarnungen und Gewittermeldungen sind kein Zuckerschlecken und wie schnell können das dann auch noch 1 – 2 Beaufort mehr werden!

Die Crew bummelt durchs Örtchen, Thomas mietet sich einen Roller, um Maddalena und Caprera zu umrunden. Er erzählt uns danach, dass die einfallenden Böen in fast umgeworfen hätten.

Als es auch gegen Abend nicht weniger wird, kaufen wir die Fährtickets für die Crew und ich erkundige mich nach der Busverbindung nach Olbia – Aeroporto!

Auch Karl ist in unseren Gedanken und wir schicken ihm noch eine Postkarte: natürlich von der Girolata!

Sonntag, 20.06.09 Maddalena

Summe an Seemeilen: 383!

Die Crew geht zeitig von Bord, um ihre Flüge zu erreichen!

Thomas hat etwas mehr Zeit, aber als sich der Himmel verdunkelt und die ersten Tropfen fallen, macht auch er sich auf den Weg!

Mit etwas Wehmut im Herzen schau ich hinterher: Ciao, meine Lieben, war schön mit Euch!

Wir hatten einen super Törn, es hat alles gepasst, immer beste Stimmung an Bord und volles Engagement !

Vor allem in der Kombüse! Wir können uns wirklich loben für unseren angehenden „Gourmet-Törn" und das Wichtigste: Wir haben es tatsächlich geschafft, Korsika zu umrunden (bis auf 3 fehlende Meilen.)!

Wir wünschen der Crew alles Gute und hoffen, dass Ihr Euch bestens erholt habt und noch lange von diesen Erlebnissen zehren werdet!

Diese wunderbaren Tage waren für mich Geschenke, die das Herz höher schlagen lassen ob der Schönheit dieser Welt!

Mast und Schotbruch

Heidrun

 

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